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Interviews



    

Eine teuflische Begegnung - Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule treffen den Schauspieler Andreas Petri

Großprojekte an Schulen sind ein Erlebnis für alle Beteiligten. An der Anne-Frank-Gesamtschule in Rheinkamp wird zurzeit intensiv geprobt für die Aufführung „Die Geschichte vom Soldaten“ von Igor Strawinsky. In Kooperation mit professionellen Schauspielern, Tänzern und Musikern arbeiten die Schüler und Schülerinnen an diesem Bühnenerlebnis. Der journalistisch arbeitende Literaturkurs von Pia Eichhorn hatte das Vergnügen, dem Teufel zu begegnen. Bei diesem Treffen ergab sich die Gelegenheit, anstelle eines diabolischen Deals, ein Interview mit dem Fürsten der Hölle zu führen. Auch für den Teufel ist dieses Großprojekt eine neue Erfahrung, wie er im Interview gestand.

Der Schauspieler Andreas Petri spielt den Teufel in Strawinskys Stück. Er ist in Hamburg geboren, wo er auch sein Abitur abschloss. Auf die Frage, wie er zum Schauspielen gekommen sei, antwortete er: ,,Ich wurde eigentlich dazu von einer Freundin überredet.´´ Die Überredungskünste der Freundin brachten ihm eine tragende Rolle im Musical ,,Sweet Charity´´ ein. Danach war er nicht mehr zu bremsen. Sein Berufsweg stand unwiderruflich fest und er absolvierte das Schauspielstudium in Leningrad und Berlin.

Nun spielt er zum ersten Mal die Rolle eines Teufels. Dabei sei es nach seiner eigenen Aussage eine große Herausforderung, dem Publikum einen diabolischen und gleichzeitig gierigen sowie „dummen“ Charakter zu präsentieren. Interessant ist die Methode, die er bei der Umsetzung dieser Rollenanforderungen anwendet. Um sich besser in seine Rolle hineinzuversetzen, hält er sich regelmäßig folgenden Gedanken vor Augen: „Immer das Gegenteil von dem machen, was man denkt“. Seine Haltung zu der von ihm verkörperten Figur ist geprägt von einer kritischen Sicht; der Teufel besitze einen derartig temperamentvollen Charakter, sodass er meistens nicht unter Kontrolle  zu halten sei, und so gingen schon mal die Pferde mit ihm durch.

Auf die Abschlussfrage, wie er den Teufel bewerte, antwortete Herr Petri: „Er liebt das Schöne, aber wenn er es in den Händen hält, geht es kaputt.“

Die teuflische Begegnung mit Andreas Petri, war für den Literaturkurs ein aufregendes und bereicherndes Erlebnis.

 

Maurice van Ooy, Anna-Sophie Palazzo, Tino Krolzig, Seyma Yildiz, Noel Fischbacher (Literaturkurs Jahrgang 12)

Choreographin Michelle Yamamoto

Die Begegnung mit einem Star

Wann hat man schon einmal die Chance einen Star zu treffen? Und dann auch noch zu interviewen?

Die Schüler und Schülerinnen der Anne-Frank-Gesamtschule Rheinkamp hatten diese Möglichkeit und trafen Michelle Yamamoto, die Choreographin des Stückes „Die Geschichte des Soldaten“. Die zierliche Frau mit asiatischen Wurzeln probt schon seit mehreren Wochen mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern für eine Tanzeinlage in Strawinskys Stück.

Jetzt ergab sich für den Literaturkurs des Jahrgangs 12 die Möglichkeit, die charismatische Tänzerin zu ihrem künstlerischen Wirken, das bereits Zuschauer in ganz Deutschland faszinierte, zu befragen.

Auch die mit ihr arbeitenden Schülerinnen und Schüler verzauberte Frau Yamamoto im Handumdrehen mit ihrer Bühnenpräsenz und ihrer atemberaubenden Ausstrahlung. So lag es nah, zunächst mehr über das Geheimnis ihrer Jugend in Erfahrung bringen zu wollen. Ein verschmitztes Lächeln und ein kleines Schmunzeln waren jedoch alles, was man ihr zu diesem Thema entlocken konnte.

Nachdem Michelle Yamamoto bereits auf Theaterbühnen in Kiel und in Essen engagiert war, stellt sich doch die Frage, was sie nun ausgerechnet nach Moers an eine Gesamtschule verschlagen hat. Für sie sei die Herausforderung, gemeinsam mit professionellen Schauspielern sowie Musikern und gleichzeitig mit Schülergruppen zu arbeiten, eine reizvolle Erfahrung. Es sei absolut bereichernd, wenn diese jungen Menschen eigene Ideen zu den Tanzstücken entwickelten, was für den kreativen Prozess und auch für sie persönlich zugleich Inspiration und Motivation bedeuten würde. Neben der herausfordernden Arbeit mit Jugendlichen stelle aber auch die Musik Strawinskys eine große Quelle der Inspiration dar.

Inspiration ist sicherlich ein wichtiger Bestandteil im künstlerischen Schaffen eines Tanzprofis, doch wie ist es eigentlich um das gesundheitliche Wohlbefinden bestellt, wenn ständig Höchstleistung auf der Bühne verlangt wird? Im Laufe des Interviews stellte sich heraus, dass es auch gesundheitsgefährdende Momente in der Karriere von Frau Yamamoto gab. Trotz eines Fauxpas während einer Generalprobe tanzte sie schon am nächsten Tag ohne Rücksicht auf Verluste weiter. Bedingungslose Hingabe sei eine der schwierigsten Anforderungen an diesen Beruf und so sei eine Karriere als Tänzerin nicht zeitlos. Daher hat auch Frau Yamamoto schon alternative Zukunftspläne. Ihre Erfahrung mit den Schülerinnen und Schülern der Anne-Frank-Gesamtschule seien so bereichernd, dass sie sich ihren weiteren Werdegang als Pädagogin vorstellen könne.

Ana Milovanovic, Alexander Schauenburg, André Theussen

Interview mit den Akrobaten

Ihr habt das Theaterstück gestern zum ersten Mal aufgeführt, jetzt würde ich gerne wissen:

  • Frage: Wie fandet ihr selbst das Theaterstück?
  • Antwort: Unserer Meinung nach hat das Theaterstück dazu geführt, dass wir uns besser verstehen und wir unser Vertrauen zueinander gestärkt haben. Desweitern haben wir uns in der Gruppe relativ wohl gefühlt, ebenfalls mit der Schminke, die -wenn wir ehrlich sind- recht albern aussah.
  • Frage: Wie war es für euch, mit einer so großen Verantwortung auf der Bühne zu stehen? Ihr macht ja doch einen großen Teil der Aufführung aus.
  • Antwort: Für uns war es eine sehr gute Erfahrung auf solch einer großen Bühne mit professionellen Schauspielern ein Theaterstück zu präsentieren. Desweitern hat dies auch unser Selbstbewusstsein gestärkt. Schließlich standen wir noch nie auf solch einer großen Bühne mit viel Publikum.
  • Frage: Erzählt uns doch bitte mal, worin der Unterschied  liegt, ein Theaterstück zu sehen und selbst dabei mitzuwirken?
  • Antwort: Als Zuschauer kann man entspannt und genussvoll ein Theaterstück anschauen, während man als Mitwirkender verspannt, nervös und gestresst das Theaterstück miterlebt. An erster Stelle steht die Angst, dass man einen Patzer macht oder seinen Auftritt verpasst. Das Lampenfieber beherrscht die Situation.
  • Frage: Das Ganze hat euch aber mit Sicherheit auch Spaß gemacht. Was hat euch besonders gefallen?
  • Antwort: Es hat sehr viel Spaß gemacht, aber am meisten hat es uns gefallen, zu sehen, dass es dem Publikum gefallen hat, was wir aufgeführt haben.

Der Moment, als uns applaudiert wurde, und zu wissen, dass alles gut gelaufen ist, ist unbezahlbar.

Mohammad Doughan, Torben Jäger, Jannik Sildatke, Kilian Stappen

Prinzessin & Soldat in der Schule

Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses der Anne-Frank Gesamtschule Rheinkamp interviewen Stella-Louise und Frederik Göke

Selten haben Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, an großen Projekten mitzuarbeiten.  Die Schüler und Schülerinnen der Anne-Frank Gesamtschule Rheinkamp haben durch das Mitwirken im Stück „Die Geschichte vom Soldaten“ die Chance Teil eines solchen Projekts zu sein.

Durch die Kooperation mit professionellen Schauspielern bot sich die Gelegenheit, diese auch zu interviewen. Melike Sivas, Tugba Karaman und Seyma Yildiz führten ein interessantes Gespräch mit den Hauptdarstellern Stella-Louise Göke und Frederik Göke.

Schon als Kind entwickelte sich ein musisch-künstlerisches Interesse bei Stella-Louise Göke, was einen Einfluss auf ihren späteren Berufswunsch hatte. Auch heute trennt sie beides nicht in ihrem Berufsleben, da sie für beide Richtungen ein leidenschaftliches Interesse besitzt.

Im Gegensatz zu seiner Schwester hatte Frederik Göke in einer bestimmten Lebensphase wenig  Interesse am Schauspiel, er wollte etwas im Bereich Wirtschaft ausprobieren. Es stellte sich jedoch heraus, dass dies nichts für ihn war, da das Theater ihm gefehlt hat.

Man würde annehmen, dass beide einen direkten Weg  zum Schauspiel hätten, da die gesamte Familie in diesem Bereich tätig ist, jedoch haben beide durch Ausprobieren ihren eigenen Weg gefunden.

Für die Schauspieler war die Kooperation mit der AFG ein besonderes Ereignis. Vor allem gefiel den beiden,  Schülerinnen und Schüler ohne Schauspielerfahrung in ihrer Rolle aufblühen zu sehen. Außerdem war dies das erste Projekt, in das die gesamte Familie eingebunden war.

Dieses Projekt war für beide Seiten eine neue Erfahrung, die Schüler hatten das Glück, bei so einem großen Projekt mit professionellen Schauspielern teilzunehmen. Für beide Schauspieler war es zu Beginn etwas Ungewohntes, jedoch bereicherte sie die Arbeit sehr.

Stellas Rolle der dummen Augustine fiel ihr anfangs etwas schwer, da sie solch  eine Rolle
vorher nicht gespielt hat und den naiven Charakter bestmöglich widerspiegeln wollte.

Trotz all der Herausforderungen, die alle Teilnehmer des Projekts überwinden mussten, entstand
ein großartiges Ergebnis, welches man nicht so schnell vergisst.

Melike Sivas, Tugba Karaman, Seyma Yildiz