Rückblick: Anne Frank Tag

Anne Frank Tag 2026 an der Anne-Frank-Gesamtschule Rheinkamp

Am 12. Juni fand an unserer Schule der Anne Frank Tag statt – ein Tag, an dem sich alle Jahrgangsstufen auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Leben und Vermächtnis von Anne Frank sowie den Themen Erinnerung, Toleranz und Zivilcourage auseinandergesetzt haben. Neben Exkursionen zu außerschulischen Lernorten, die einen direkten Bezug zur NS-Zeit ermöglichten, wurden in einigen Klassen auch Filme wie Die Welle und Als Hitler das rosa Kaninchen stahl gezeigt und im Anschluss diskutiert. So entstand ein vielfältiges Programm mit ganz unterschiedlichen Zugängen zum Thema. Im Folgenden stellen wir euch eine kleine Auswahl der Aktionen aus den verschiedenen Jahrgangsstufen vor.

Jahrgang 6

Im Museumspark Orientalis: Eine Entdeckungsreise der Religionen und Kulturen

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 begaben sich – ausgerüstet mit einem vielfältigen Aufgabenheft – auf eine Entdeckungsreise im weitläufigen, bewaldeten Museumspark Orientalis in der Nähe von Nijmegen. Schritt für Schritt tauchten sie in jüdische, christliche und islamische Lebenswelten ein, lernten Rituale, Symbole und Alltagskultur kennen und setzten ihr Wissen direkt vor Ort in kleinen Aufgaben um.

Im jüdischen Dorf Beth Juda, das das biblische Nazareth zur Zeit von Jesu Kindheit nachzeichnet, wurde sichtbar, wie Menschen im alten Nahen Osten zusammenlebten. In der Synagoge brachte ein Mini-Bingo die Schülerinnen und Schüler spielerisch den Symbolen des Judentums näher.

Über eine historische Karawanserei gelangte die Gruppe in das Arabische Dorf. Dort suchten die Schüler in einem der Häuser nach den fünf Lebensregeln des Islams (den fünf Säulen), entdeckten einen Koranständer, traditionelle Trachten und Weihrauch – und schrieben sogar ihre Initialen in arabischer Schrift.

Vorbei an einem römischen Aquädukt führte der Weg in die Römische Straße. Hier ließen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Leben damals und heute eindrucksvoll vergleichen: Architektur, Handel, Alltagsgegenstände – Geschichte wurde greifbar.

Dieser besondere Anne-Frank-Tag sorgte für ein verbessertes Verständnis für den historischen und kulturellen Kontext von Judentum, Christentum und Islam. Die Schüler erlangten Kenntnisse über Grundprinzipien, Glaubensäußerungen und Bräuche der drei Religionen – und darüber, wie diese Traditionen Gläubige leiten und prägen. Im Besonderen konnten die Schülerinnen und Schüler mehr Sicherheit darin erzielen, die Wirkung dieser Religionen auf unsere heutige Gesellschaft zu erkennen und einzuordnen.

Jahrgang 7

Im Rahmen des Anne-Frank-Tages beschäftigte sich der gesamte Jahrgang 7 intensiv mit den Themen Flucht, Vertreibung, Heimat und Verfolgung. Ausgangspunkt des Projekttages war der Film „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, der die Geschichte der jüdischen Familie Kemper erzählt, die 1933 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen muss.

Nach dem gemeinsamen Anschauen des Films setzten sich die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Arbeitsphasen mit den Erfahrungen der Familie auseinander. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Bedeutung Heimat hat und welche Herausforderungen mit Flucht und Vertreibung verbunden sind. Dabei wurde auch darüber gesprochen, wie sich ein Leben verändert, wenn Menschen gezwungen sind, ihre vertraute Umgebung zu verlassen.
Anschließend verglichen die Schülerinnen und Schüler die Geschichte von Anna und ihrer Familie mit dem Schicksal von Anne Frank und ihrer Familie.

Während Anna mit ihren Eltern fliehen konnte und in verschiedenen Ländern Schutz suchte, musste sich Anne Frank mit ihrer Familie in Amsterdam vor den Nationalsozialisten verstecken. Durch diesen Vergleich wurde deutlich, dass beide Familien aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurden, ihre Lebenswege jedoch unterschiedlich verliefen.

Der Projekttag bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich nicht nur mit historischen Ereignissen auseinanderzusetzen, sondern auch über aktuelle Themen wie Flucht, Heimat und Ausgrenzung nachzudenken. Die intensive Beschäftigung mit den Lebensgeschichten von Anna und Anne Frank förderte das Verständnis für die Bedeutung von Toleranz, Menschlichkeit und Demokratie und Empathie.

Der Anne-Frank-Tag war für alle Beteiligten ein eindrucksvoller und lehrreicher Projekttag, der dazu beitrug, Geschichte lebendig werden zu lassen und wichtige Werte für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu vermitteln.